Text ArmyBug CrewDatum 4. Nov 2026Dauer 5 Min

Merino und Wolle

Was ist Schurwolle, und was unterscheidet sie von Merinowolle?

Schurwolle ist Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren und vorher nie verarbeitet wurde. Merinowolle ist auch Schurwolle, sie kommt nur von einer bestimmten Rasse, dem Merinoschaf. Der Unterschied liegt also nicht in der Gewinnung, sondern in der Dicke der Faser. Und die entscheidet, ob Wolle auf der Haut kratzt.

Ostarrichi Beanie von armybug im grün-beigen Tarnmuster, gestrickt aus 50 % Schurwolle und 50 % Polyacryl, freigestellt

Was bedeutet Schurwolle?

Schurwolle heisst: Die Faser wurde vom lebenden Schaf geschoren und kommt neu ins Produkt. In der EU legt das die Textilkennzeichnungsverordnung (EU) Nr. 1007/2011 fest. Nach Artikel 8 darf nur Schurwolle heissen, was nie in einem fertigen Erzeugnis steckte, keinen unnötigen Spinn- oder Filzprozess durchlaufen hat und nicht durch Behandlung oder Gebrauch geschädigt wurde.

Recycelte Wolle aus alten Pullovern fällt damit raus. Steht nur „Wolle“ auf dem Etikett, kann auch wiederverwertete Faser drin sein. [prüfen]

Über Rasse und Feinheit sagt das Wort nichts. Es beschreibt, wie die Wolle gewonnen wurde, nicht wie fein sie ist. Die grobe Wolle eines Bergschafs ist genauso Schurwolle wie feine Merinowolle.

Was steht auf dem Etikett, wenn Schurwolle gemischt ist?

Schurwolle darf auch in einer Mischung auf dem Etikett stehen, aber nur unter drei Bedingungen (Artikel 8 Absatz 2). Die ganze Wolle in der Mischung erfüllt die Regeln oben. Sie macht mindestens 25 Prozent des Gewichts aus. Und sie ist mit nur einer anderen Faser gemischt. Dazu muss die vollständige Zusammensetzung in Prozent dastehen.

Eine Beanie mit „50 % Schurwolle, 50 % Polyacryl“ erfüllt genau das. Dreh deine nächste Haube um und lies nach, was drinsteckt.

Merinowolle oder Schurwolle: wo liegt der Unterschied?

Merinowolle ist eine Schurwolle, ein Entweder-oder gibt es also nicht. Wer „Merinowolle oder Schurwolle“ fragt, meint meistens Merino gegen die Wolle anderer Schafrassen. Dann liegt der Unterschied in der Faserdicke, gemessen in Micron, also Tausendstel Millimetern.

Merinofasern sind meist 17 bis 21 Micron dick, die Wolle anderer Rassen eher 25 bis 35 Micron. [prüfen: Spannen weichen je nach Quelle ab] Das Merinoschaf ist auf feine, dicht stehende und stark gekräuselte Wolle gezüchtet. [prüfen] Dafür kostet Merino mehr. [prüfen] Was Merinowolle sonst kann, steht in [Link: Beitrag 1 „Was ist Merinowolle?“, Ankertext „unserem Grundlagenbeitrag zu Merino“].

Schurwolle anderer Rassen Merinowolle
Was es ist Wolle vom lebenden Schaf, Rasse offen Schurwolle vom Merinoschaf
Faserdicke meist 25 bis 35 Micron [prüfen] meist 17 bis 21 Micron, superfein deutlich darunter [prüfen]
Auf der Haut kann kratzen kratzt kaum
Wärme hängt an Dicke und Strick hängt an Dicke und Strick
Feuchtigkeit nimmt sie auf und wärmt feucht weiter ebenso
Robustheit dicke Fasern, verträgt Abrieb [prüfen] feine Fasern, empfindlicher [prüfen]
Typisch für Hauben, Pullover, Socken, Decken Shirts, Unterwäsche, Socken

Was ist wärmer, Merinowolle oder Schurwolle?

Keine der beiden ist von sich aus wärmer. Wie warm ein Stück hält, hängt vor allem an der Luft, die es einschliesst, also an Dicke und Strick. [prüfen] Ein dicker Strick aus grober Wolle hält wärmer als ein dünnes Merino-Shirt.

Beide Wollen können etwas, das Kunstfaser nicht kann: Sie nehmen Feuchtigkeit ins Innere der Faser auf, bis zu rund 30 Prozent ihres Eigengewichts, bevor sie sich nass anfühlen, und geben dabei Wärme ab. [prüfen: Herstellerangabe] Deshalb wärmt Wolle auch dann noch, wenn sie feucht ist. Ist sie völlig durchnässt, ist der Effekt vorbei.

Die feine Merinofaser wärmt also nicht mehr. Sie lässt sich nur dünner verarbeiten und wärmt dort, wo dicke Wolle stört: direkt auf der Haut, unter der Jacke, beim Gehen.

Kratzt Schurwolle?

Grobe Schurwolle kann kratzen, feine nicht. Eine dicke Faser biegt sich nicht weg, wenn sie auf die Haut drückt, sie sticht. Ab etwa 30 Micron spüren das die meisten. [prüfen] Darunter legt sich die Faser weich an.

Ob Schurwolle oder Merino, spielt dafür keine Rolle, nur die Dicke. Mehr dazu in [Link: Beitrag 7 „Warum kratzt Wolle?“, Ankertext „warum Wolle kratzt und welche nicht“].

Mann mit Basecap trägt das grüne Merino Nomad Longsleeve aus 100 % Merinowolle mit 16 Micron, im Hintergrund eine Almwiese

Welche Vorteile hat Schurwolle, und wo sind ihre Grenzen?

Schurwolle hat die Eigenschaften, für die du Wolle überhaupt trägst:

  • Sie wärmt auch, wenn sie feucht ist.
  • Sie ist elastisch und springt nach dem Dehnen zurück. [prüfen]
  • Sie nimmt Geruch langsamer an als Kunstfaser. [prüfen]
  • Gröbere Sorten vertragen Abrieb gut und kosten weniger als Merino. [prüfen]

Die Grenzen: Grobe Wolle kann auf der Haut kratzen. Reine Wolle verfilzt, wenn sie zu warm gewaschen oder stark gerieben wird. [prüfen] Und ein dicker Strick trocknet langsam.

Schurwolle oder Merinowolle: was nimmst du wofür?

Direkt auf der Haut nimmst du Merino. Ein Shirt liegt den ganzen Tag an, du schwitzt hinein, und jede grobe Faser würdest du spüren. Unsere Nomad Shirts und Longsleeves sind deshalb aus 100 Prozent Merinowolle mit 16 Micron, ohne Mischgewebe.

Am Kopf zählt etwas anderes. Eine Beanie soll warm halten, auch wenn du darunter schwitzt oder es nieselt, und nach vielen Wintern noch sitzen. Unsere Beanies sind aus 50 Prozent Schurwolle und 50 Prozent Polyacryl. Die Wolle wärmt auch dann noch, wenn sie feucht ist, die Kunstfaser hält die Form. Die Schurwolle ist mulesingfrei. An Stirn und Ohren sitzt innen ein Fleece-Band, dort liegt der Strick nicht auf der Haut.

[Antwort Angelica, Frage 1: warum die Mischung aus Schurwolle und Polyacryl bei den Beanies, und was ihr vorher ausprobiert habt]

[Antwort Angelica, Frage 2: wann ihr selbst draussen zur Beanie aus Schurwolle greift und wann zum Merino-Shirt]

[Antwort Angelica, Frage 3: wo ihr es anders seht als „Merino ist immer besser“]

Mann in Tarnjacke trägt die Ostarrichi Beanie im hohen Gras, Blick zur Seite, die Beanie sitzt über den Ohren

Die Hauben aus Schurwolle findest du bei unseren Beanies, die Shirts aus 16 Micron bei den Nomad Shirts aus Merino.

Geschrieben von der ArmyBug Crew, [Autor: Angi oder Stephan]. Angi war fast zehn Jahre beim Bundesheer, bei der Militärpolizei und in der Öffentlichkeitsarbeit, Stephan sieben Jahre beim Jagdkommando. Was die beiden nicht selbst im Gelände tragen, kommt nicht in den Shop.

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