4. Nov 2026
Was ist Merinowolle? Alles, was die Faser kann und was nicht
Was ist Merinowolle? Was die Faser kann und wo sie schwächelt, warum in guten Socken Kunstfaser steckt und was 16 Micron bedeuten. Mit Sommer und Pflege.
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Das Merinoschaf ist eine Schafrasse, die auf feine Wolle gezüchtet wird. Es stammt wohl aus Nordafrika, wurde im Mittelalter in Spanien gross und lebt heute vor allem in Australien und Neuseeland. Seine Wolle ist je nach Zucht etwa 16 bis 24 Micron dünn. Abwerfen kann es sie nicht, deshalb muss es mindestens einmal im Jahr geschoren werden.
[Bild hochladen: schaf-mit-gekraeuseltem-vlies.jpg. Datei bilder/schaf-mit-gekraeuseltem-vlies.jpg im Beitragsordner, Unsplash: https://unsplash.com/photos/white-sheep-on-brown-field-during-daytime-GJclWjgcVPk. Alt-Text: Weisses Schaf mit dichtem, gekräuseltem Wollvlies steht auf trockenem Erdboden und schaut zur Seite]
Wahrscheinlich aus Nordafrika. Belegt ist der Name: Er taucht 1307 in einem Vertrag auf, in dem eine Genueser Familie in Tunesien 29 Säcke Wolle kauft. Er geht vermutlich auf die Meriniden zurück, eine Berberdynastie, die damals nach Spanien vordrang.
Spanien wurde mit dem Merino reich und bewachte es entsprechend. Die Herden zogen jedes Jahr bis zu 800 Kilometer zwischen Sommer- und Winterweiden. Die Mesta, der Verband der kastilischen Schafhalter, hielt die Rasse im Land: Wer ein Merino ausführte, riskierte die Todesstrafe. Bis ins 18. Jahrhundert beherrschte Spanien so den Wollhandel.
Dann fiel das Monopol. Sachsen bekam 1766 die ersten Merinos, Preussen 1783, Württemberg 1786, Bayern 1802. 1797 kamen die ersten Merinos aus Südafrika nach Australien, heute das wichtigste Merinoland.
Die meisten Merinoschafe leben in Australien und Neuseeland. Aus diesen beiden Ländern kommen zusammen rund 92 Prozent der Merinowolle, Südafrika und Argentinien liefern je etwa 4 Prozent [prüfen].
In Mitteleuropa kreuzten Züchter das Merino mit heimischen Rassen. So entstanden Merinolandschaf, Merinofleischschaf und Merinolangwollschaf. Halter hier haben sie vor allem für Fleisch und Landschaftspflege, ihre Wolle spielt am Weltmarkt kaum eine Rolle. In Deutschland ist fast jedes dritte Schaf ein Merinolandschaf, in Bayern sind es rund 70 Prozent.
Auch in Österreich gibt es Merinos, etwa bei Züchtern im Waldviertel und in Oberösterreich. Meist sind es Merinolandschafe oder Merinos im Kombinationstyp für Fleisch und Wolle. Eine Gesamtzahl für Österreich nennt keine der Quellen [prüfen].
Weil die Faser dünn und stark gekräuselt ist. Merinowolle liegt je nach Zuchtlinie bei etwa 16 bis 24 Micron, ein Micron ist ein Tausendstel Millimeter. Superfeine Herden liegen bei 16,5 bis 18,4 Micron. Ab etwa 25 Micron spürst du eine Faser auf der Haut als kratzig [prüfen].
Die Kräuselung schliesst Luft ein. Diese Luftschicht wärmt bei Kälte und puffert, wenn es wärmer wird. Merino nimmt ausserdem bis zu 30 Prozent seines Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, bevor es sich nass anfühlt. Was die Faser sonst noch kann, steht im Beitrag was Merinowolle kann [Link auf Beitrag /blogs/news/was-ist-merinowolle, sobald online] [Link setzen, sobald Beitrag 1 online ist].
Ein Merinoschaf liefert im Jahr 2 bis 4 Kilo gewaschene Wolle, Spitzentiere bis zu 10 Kilo. Frisch geschoren wiegt ein Vlies 3 bis 5 Kilo. Rund die Hälfte davon sind Schmutz, Wollfett, Schweiss und Pflanzenreste, die vor dem Spinnen herausgewaschen werden.

[Antwort Angelica, Frage 2: worauf ihr beim Merino-Kauf achtet, damit es nicht kratzt]
Mindestens einmal im Jahr, weil Merinos ihre Wolle nicht von selbst verlieren. Österreichische Halter scheren meist im Frühling. Schweizer Züchter superfeiner Merinos scheren, sobald das Vlies 7 bis 9 Zentimeter lang ist, also alle 8 bis 10 Monate.
Die Schur braucht Übung. Merinos haben eine weiche, sehr bewegliche Haut, sind knochig und tragen viel Wollfett im Vlies. Der Scherer setzt das Schaf auf das Hinterteil oder legt es auf den Rücken, damit es still hält, und nimmt das Vlies mit der Schermaschine möglichst in einem Stück ab [prüfen]. Gleich danach schneidet er verschmutzte Ränder und die Bauchwolle weg.
[Bild hochladen: schafschur-im-stall.jpg. Datei bilder/schafschur-im-stall.jpg im Beitragsordner, Unsplash: https://unsplash.com/photos/man-getting-lamb-hair-_dnDJ_qbgkg. Alt-Text: Eine Frau schert ein Schaf, das auf dem Rücken an ihren Beinen liegt, das abgeschorene Vlies liegt daneben auf dem Holzboden]
Was ohne Schur passiert, zeigen Ausreisser. Das Merino Chris wurde 2015 in Australien mit rund 40 Kilo Wolle gefunden und wäre fast daran gestorben. Baarack trug 2021 35 Kilo mit sich herum.
In der Herde. Merinos dürfen nie allein und nie angebunden stehen. Österreichische Halter treiben sie ab dem Frühjahr auf die Weide und holen sie im Winter in einen trockenen, zugfreien Stall mit Einstreu. Die Koppel wechseln sie alle paar Tage, damit sich Würmer nicht ausbreiten. Die Klauen nutzen sich nicht genug ab, der Halter schneidet sie etwa dreimal im Jahr.
In Australien ist das Bild ein anderes. Viele Merinos dort tragen angezüchtete Hautfalten, weil mehr Haut mehr Wolle bringt. In den feuchten Falten am Hinterteil legen Fliegen ihre Eier ab, die Maden fressen sich in die Haut. Manche Halter schneiden den Lämmern deshalb die Haut dort weg, oft ohne Betäubung. Das heisst Mulesing [Link auf Beitrag /blogs/news/mulesing, sobald online] [Link setzen, sobald Beitrag 5 online ist]. Neuseeland hat es 2018 verboten, in Australien ist es weiter erlaubt [prüfen].
[Antwort Angelica, Frage 3: warum armybug trotz der Kritik von Tierschützern Merino verkauft und was ihr vom Lieferanten verlangt]
Die Nomad Shirts und Longsleeves sind aus 100 Prozent Merinowolle mit 16 Micron, also aus dem superfeinen Bereich. Die Socken haben 70 oder 85 Prozent Merino und Polypropylen für die Haltbarkeit. Woher die Wolle stammt: [Antwort Angelica, Frage 1: Herkunftsland, Lieferant, mulesingfrei ja oder nein] [prüfen].

Wenn du 16 Micron selbst auf der Haut haben willst: Die Nomad Shirts findest du bei den Merino Shirts.
Geschrieben von der ArmyBug Crew, [Autor: Angi oder Stephan]. Angi war fast zehn Jahre beim Bundesheer, Stephan sieben Jahre beim Jagdkommando. Was die beiden nicht selbst draussen tragen, kommt nicht in den Shop.